MITDENKEN. MITMACHEN. MITGESTALTEN.

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Im Herbst 2017 beginnt mit dem Regionaltreffen Nord das erste von vier Treffen im Rahmen des Prozesses zum neuen Grundsatzprogramm. Bis zum Sommer 2018 folgen weitere Regionaltreffen in Süd, Ost und West. Doch nicht nur dort wird diskutiert, sondern auch hier auf dieser Seite. Alle Kommentare werden im September 2018 ausgewertet – bis dahin ist hier der Raum für alle, um mitzudenken, mitzumachen und mitzugestalten. Unsere Spielregeln: Wir nehmen alle Ideen ernst und jeder Beitrag wird in der Grundsatzkommission ausgewertet. Doch wer mitmachen will, muss sich anmelden und die Nettiquette beachten. Alle Beiträge, die sich an die Regeln halten, werden freigeschaltet. Das kann kurz dauern, aber es passiert. Los geht es, viel Spaß!

Bürgerschaftliches Engagement

Unsere Arbeit gründet auf freiwilligem und selbstbestimmtem Engagement. Wir binden und fördern verschiedene Formen von Engagement. Es stiftet Sinn und ermöglicht Teilhabe an der Gesellschaft. Wir wollen die Chancen der Digitalisierung nutzen, um Engagement zu fördern. Hierbei können beispielsweise ergänzende digitale Kommunikationswege über Plattformen gezielt Wissen und Informationen sowie Beratung und Angebote bereitsstellen. Eine Demokratie funktioniert nur, wenn Bürger*innen Verantwortung im Gemeinwesen übernehmen. Wer Engagement fördert, trägt zu einer lebendigen Zivilgesellschaft bei und stiftet sozialen Frieden.

Engagement ist freiwillig und unabhängig
Der Staat schafft den Raum für freies individuelles Handeln. Bürgerschaftliches Engagement erfolgt auf freiwilliger Basis und braucht Rahmenbedingungen, um sich frei zu entfalten. Es verfolgt eigene Zwecke und Ziele. Engagement ist für uns kein Ersatz für eine öffentlich finanzierte staatliche Infrastruktur und staatliche Leistungen.

Engagement braucht Raum
Bürgerschaftliches Engagement braucht eine Ermöglichungskultur, die Räume für Beteiligung eröffnet. Es gilt, sich dabei an den Motiven der Engagierten zu orientieren, solange diese mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Wir sind überzeugt, dass durch demokratisches Bürgerschaftliches Engagement in allen gesellschaftlichen Bereichen Neues zum Wohle aller entsteht.

Chance auf Engagement für alle
Bürgerschaftliches Engagement ermöglicht vielfältige Lernprozesse und Teilhabe. Damit sich Menschen mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen und vielfältigen Interessenlagen beteiligen können, benötigen sie spezifische Zugänge zum Engagement. Die Förderung von Engagement darf soziale Ungleichheiten nicht verstärken, sondern sollte gerade auch Menschen in sozial schwachen Lebenslagen in den Blick nehmen und Gleichstellung fördern. Für Menschen mit Behinderungen, die sich engagieren wollen, setzen wir uns für die Kostenübernahme eines persönlichen Assistenten, finanziert aus der Eingliederungshilfe, ein.

Engagement benötigt Zeit
Der Mangel an Zeit ist ein zentrales Hindernis für ein längerfristiges und verbindliches Engagement. Alle Menschen sollten die Möglichkeit haben, Engagement mit Ausbildung, Beruf und Familie entlang der eigenen Biografie zu leben. Wir treten dafür ein, Partnerschaften mit Unternehmen zu bilden und neue Formen und Orte für Engagement zu schaffen. Der Staat muss Anreize schaffen und Ausgleiche ermöglichen.

Internationales Engagement schafft Frieden und baut Vorurteile ab
Wir wollen gezielt Engagement über den lokalen und nationalen Kontext hinaus ermöglichen. Austauschprogramme insbesondere im Jugendbereich, Engagement im Rahmen internationaler Kooperation oder die Entwicklung einer europäischen Zivilgesellschaft sind wichtige Berührungspunkte zwischen verschiedenen Kulturen und sollten ausgebaut werden.

Wider der Monetarisierung
Bürgerschaftliches Engagement muss unentgeltlich oder lediglich gegen eine angemessene Aufwandsentschädigung erfolgen sowie auf transparenten Regelungen beruhen. Es ist unvereinbar mit Erwerbsinteressen; erstattet werden kann nur der tatsächlich entstehende Aufwand. Gerade vor dem Hintergrund geringer Renten und sinkender Reallöhne setzen wir uns für sozial- und arbeitsmarktpolitische Lösungen sozialer Probleme ein. Eine Existenzsicherung durch Bürgerschaftliches Engagement entspricht weder dessen Charakter noch ist sie moralisch vertretbar.

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