MITDENKEN. MITMACHEN. MITGESTALTEN.

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Im Herbst 2017 beginnt mit dem Regionaltreffen Nord das erste von vier Treffen im Rahmen des Prozesses zum neuen Grundsatzprogramm. Bis zum Sommer 2018 folgen weitere Regionaltreffen in Süd, Ost und West. Doch nicht nur dort wird diskutiert, sondern auch hier auf dieser Seite. Alle Kommentare werden im September 2018 ausgewertet – bis dahin ist hier der Raum für alle, um mitzudenken, mitzumachen und mitzugestalten. Unsere Spielregeln: Wir nehmen alle Ideen ernst und jeder Beitrag wird in der Grundsatzkommission ausgewertet. Doch wer mitmachen will, muss sich anmelden und die Nettiquette beachten. Alle Beiträge, die sich an die Regeln halten, werden freigeschaltet. Das kann kurz dauern, aber es passiert. Los geht es, viel Spaß!

Bildung

Bildung ist eine zentrale Ressource für die individuelle Lebensführung und ein Prozess zur Entwicklung einer eigenständigen Persönlichkeit. Sie ermöglicht für den Einzelnen ein selbstbestimmtes Leben und ist die Grundlage, um gesellschaftliche sowie politische Prozesse mitzugestalten. Die Digitalisierung bietet die Chance, vielen Menschen einen schnellen Zugang zu Informationen zu ermöglichen. Doch nur wer zur Nutzung von digitalen Medien und deren Informationen befähigt ist, kann damit selbstbestimmt und kritisch umgehen. Wir setzen uns dafür ein, dass der Zugang zu Bildung allen Menschen offen steht, um gleiche Bildungschancen unabhängig von der Herkunft, einer Behinderung oder dem familiären Bildungshintergrund zu realisieren.

Bildung im 21. Jahrhundert gestalten
Dem Bildungsprozess ist ausreichend Zeit und Raum einzuräumen. Er ist mehr als eine ausschließliche Qualifikation für den Arbeitsmarkt. Ungleich verteilte Bildungschancen sind durch stärker auf die Bedürfnisse des einzelnen Menschen zugeschnittene Bildungsangebote und Lernformen auszugleichen. Wir sind überzeugt, dass die Vermittlung interkultureller, sozialer und demokratischer Kompetenzen notwendige Inhalte von Bildung sind. Niedrigschwellige und kostenfreie Zugänge ermöglichen ein lebenslanges Lernen. Sie sind in allen Lebensphasen rechtlich abzusichern.

Die Bildung der Zukunft ist offen für Vielfalt
Wir wollen Vielfalt in der Bildung fördern. Deshalb sind alle Bildungsinstitutionen inklusiv auszugestalten. Inklusive Bildung verfolgt die bestmögliche Teilhabe aller entlang des gesamten Bildungsverlaufes und fordert den Abbau von sozialen, geschlechtsspezifischen, kulturellen und räumlich- sowie behinderungsbedingten Ungleichheiten.

Verschiedene Lernorte anerkennen und vernetzen
Eine chancengerechte Bildungspolitik beachtet, stärkt und schätzt gleichermaßen formale, non-formale und informelle Lernorte. Bildungsorte in öffentlicher Verantwortung müssen barrierefrei sein. Zentrale Bildungsorte sind Familien, die Kindertagesbetreuung, die Peer-Groups, die Jugend(verbands)arbeit, die Schule, der Sozialraum, die Medien genauso wie Ausbildung und Beruf. Eine enge Kooperation und Vernetzung aller Akteure im Sozialraum ist vonnöten. Sie basiert auf einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe und hat eine ganzheitliche Bildung im Blick. Informelle Bildungsprozesse wie in der Familie sind eine Bereicherung, dürfen jedoch nicht für schulischen Bildungserfolg vorausgesetzt werden.

Frühkindliche Bildung als Grundstein von Bildungserfolgen
Wir denken in aufeinander aufbauenden und vernetzten Hilfsangeboten im Sinne von Präventionsketten und wissen, dass Bildung bereits vor dem Eintritt in Institutionen durch die Eltern beginnt. Anschließend sind es Kindertageseinrichtungen und -pflege, die als Orte frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung die kognitive, soziale und emotionale Entwicklung von Kindern fördern. Sie leisten einen zentralen Beitrag zur Chancengerechtigkeit, der verbesserten Vereinbarkeit von Familie und Beruf und zur Integration. Um diese Aufgaben zu erfüllen, brauchen sie personell, finanziell und organisatorisch gute Rahmenbedingungen.

Eingebunden in den Sozialraum: Die Ganztagsschule als Regel
Die Ganztagsschule als Ort des gemeinsamen Lernens und Lebens muss zu ihrer Gestaltung pädagogische Konzepte und Standards bieten, die sich über den ganzen Tag erstrecken und Lern- mit Freizeitangeboten verbinden. Wir wollen, dass die barrierefreie Ganztagsschule in gebundener Form zur Regel wird. Sie erleichtert eine enge Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule, sichert Übergänge im Bildungsverlauf und schafft am besten Chancengleichheit für alle jungen Menschen. Ihr Potenzial entfaltet sie erst, wenn die Ganztagsschule gebührenfrei ist. Schulen sind hin zu einem Lern- und Lebensort zu entwickeln und in den Sozialraum zu integrieren.

Übergänge sichern und Durchlässigkeit fördern
Allen Menschen einen Zugang zu Bildung zu verschaffen bedeutet auch, die Durchlässigkeit unterschiedlicher Bildungswege zu fördern. Vor dem Hintergrund der hohen Abbruchzahlen bei Übergängen zwischen den einzelnen Bildungsinstitutionen bietet die Jugendsozialarbeit eine sozialpädagogische Unterstützung, die auch im Übergang von der Schule in den Beruf wirkt. Wir wollen Angebote der Jugend- und Eingliederungshilfe, der Berufsberatung und Berufsförderung sowie der Betriebe stärker mit der Schule vernetzen und in ein kommunal abgestimmtes Übergangssystem einbinden.

Gute Bildungsangebote brauchen qualifiziertes Personal
Gute Bildungsangebote sind verlässlich und professionell. Hierfür braucht es qualifizierte Fachkräfte und arbeitsfeldbezogene Fort- und Weiterbildungsangebote. Durch geeignete Systeme muss die Qualität dieser Angebote kontinuierlich überprüft und weiterentwickelt sowie tariflich gesicherte Arbeitsbedingungen und eine der Aufgabe und Qualifikation angemessene Bezahlung erfolgen. Insbesondere in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung des Arbeitsmarktes ist Weiterbildung eine gesellschaftliche Aufgabe. Sie muss dort, wo sie über rein betriebliche Interessen hinausgeht, auch staatlicherseits unterstützt werden.

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