MITDENKEN. MITMACHEN. MITGESTALTEN.

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Im Herbst 2017 beginnt mit dem Regionaltreffen Nord das erste von vier Treffen im Rahmen des Prozesses zum neuen Grundsatzprogramm. Bis zum Sommer 2018 folgen weitere Regionaltreffen in Süd, Ost und West. Doch nicht nur dort wird diskutiert, sondern auch hier auf dieser Seite. Alle Kommentare werden im September 2018 ausgewertet – bis dahin ist hier der Raum für alle, um mitzudenken, mitzumachen und mitzugestalten. Unsere Spielregeln: Wir nehmen alle Ideen ernst und jeder Beitrag wird in der Grundsatzkommission ausgewertet. Doch wer mitmachen will, muss sich anmelden und die Nettiquette beachten. Alle Beiträge, die sich an die Regeln halten, werden freigeschaltet. Das kann kurz dauern, aber es passiert. Los geht es, viel Spaß!

Arbeit

Die Arbeitswelt verändert sich kontinuierlich und wird auch in der Zukunft von einer zunehmenden Auflösung des „Normalarbeitsverhältnisses“ geprägt sein. Unser Ziel ist es, dass trotz der Individualisierung der Erwerbstätigkeit und neuen Formen der Beschäftigung die*der Einzelne abgesichert ist und die sozialen Sicherungssysteme sich entsprechend weiterentwickeln. Der Anstieg sogenannter atypischer und oft prekärer Erwerbstätigkeit, der digitale Wandel und veränderte Ansprüche der Arbeitnehmer*innen erfordern neue Antworten. Zugleich bleibt Arbeit für uns eine zentrale sinnstiftende Tätigkeit im Leben der Menschen. Sie ermöglicht gesellschaftliche Anerkennung und Identifikation. Sie kann die Basis bilden, um sich selbst zu verwirklichen, unabhängig zu sein von staatlichen Transferleistungen, von familiären und herkunftsbedingten Strukturen.

Soziale Arbeit: Unsere Kernaufgabe
Es braucht ein Umdenken mit Blick auf die Rolle der sozialen Dienstleistungen in Deutschland. Sie sind heute nicht nur ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor und sichern zahlreiche Arbeitsplätze, sondern sie schaffen die Basis für den Wirtschaftsstandort Deutschland, indem sie die private Sorgearbeit der Menschen übernehmen. Diese Bedeutung spiegelt sich jedoch nicht in der Wertschätzung der Beschäftigten wider. Zu häufig finden sich hier Arbeitsverhältnisse, die eine ausreichende soziale Absicherung kaum ermöglichen. Wir verstehen es als unsere Aufgabe, die Rahmenbedingungen der Sozialen Arbeit mitzugestalten und zu verbessern. Ein Ziel muss sein, allgemein gültige Tarifverträge in den einzelnen Feldern der Sozialwirtschaft einzuführen.

Digitalisierung einbetten und Regelwerke bindend machen
Durch die Digitalisierung entstehen neue Formen von Arbeit und Beschäftigung. Durch die häufige Ungebundenheit an Raum- und Zeit digitaler Arbeit kann Familie und Beruf besser miteinander vereinbart werden. Allerdings müssen Arbeitnehmer*innen weiterhin vor einer ständigen Erreichbarkeit geschützt werden. Dort, wo Arbeit über Clouds und Plattformen organisiert wird, braucht es Regeln und Absicherung zum Schutz der neuen Erwerbsformen. Die Organisation sozialer Dienstleistungen über Online-Plattformen muss Qualitätskontrolle und Transparenz ermöglichen. Es gilt hier die gleichen gesetzlichen Regelungen bindend zu machen, wie sie bei niedergelassenen Anbietern sozialer Dienstleistungen gelten.

Neues Leitbild für die Arbeitsmarktpolitik
Zukünftige Arbeitsmarktpolitik muss befähigen und sich am Lebenslauf, den Bedürfnissen und Stärken der Menschen orientieren. Dies erfordert eine Neudefinition der Dienstleistungen in den zuständigen Behörden, veränderte arbeitspolitische Maßnahmen und eine Ausweitung öffentlich geförderter Beschäftigung. Wer auf absehbare Zeit keinen Anschluss an den Arbeitsmarkt findet, braucht einen sozialen Arbeitsmarkt. Qualifizierte Maßnahmen mit passgenauen Unterstützungsleistungen für benachteiligte Arbeitnehmer*innen sowie Lohnkostenzuschüssen sind vonnöten. Zudem brauchen wir einen inklusiven Arbeitsmarkt, der alle Menschen erreicht. Mit unseren arbeitsmarktpolitischen und sozialpädagogischen Angeboten setzen wir uns für diesen Wandel ein. Darüber hinaus erfordern aktuelle Entwicklungen im Bereich der Beschäftigung eine erweiterte Schutzfunktion der Arbeitslosenversicherung. Steigende Risiken, Brüche und Übergänge sind gesellschaftlich und nicht individuell aufzufangen.

Freie Träger als Akteure der Arbeitsmarktintegration
Wir wollen mit unseren Einrichtungen inklusive Regelsysteme schaffen, die auch benachteiligte Menschen befähigen, am Arbeitsleben teilzunehmen. Hierfür braucht es eine begleitende und passgenaue individuelle Unterstützung durch qualifizierte Fachkräfte. Wir setzen uns für eine auskömmliche Finanzierung der Arbeitsmarktmaßnahmen, faire Vergabeverfahren und langfristige Angebote ein.

Arbeitsmarktpolitik neu gedacht
Qualifizierung und Gesundheitsförderung werden für den Erhalt der individuellen Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit immer wichtiger. Wir sind überzeugt, dass der Anspruch des lebenslangen Lernens eine adäquate Antwort auf die neuen Herausforderungen ist. Jetzt gilt es, diesen sozialpolitisch zu gestalten: Arbeit und Weiterbildung sind mit Sorgearbeit besser zu vereinbaren. Staatliche Arbeitsmarktpolitik kann hierfür wichtige Beiträge leisten.

Die Grundsicherung der Zukunft
Wir treten für eine Grundsicherung ein, die das menschenwürdige Existenzminimum umfassend gewährleistet. Die Beratung, Vermittlung und Betreuung von Personen in der Grundsicherung muss auf Augenhöhe stattfinden: Vertrauen ist die wichtigste Ressource im Prozess der Dienstleistungserbringung in den Jobcentern. Deshalb müssen sich die Rahmenbedingungen der Grundsicherung in ihrer gesamten Ausrichtung am einzelnen Menschen orientieren und nicht an einer kennzahlenbasierten Steuerung und dem Ziel, die Kosten zu senken.

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